Was ist Osteopathie?

Das Wort Osteopathie leitet sich von den Wörtern »Osteo« für Knochen und »Pathos« für Leiden, Schmerz ab. Demnach steht Osteopathie sinngemäß für »Leiden der Knochen« – es bezeichnet aber ein ganzheitliches Behandlungskonzept.

Die Osteopathie basiert auf der Erkenntnis, dass unsere Gesundheit eng mit der ungestörten Beweglichkeit der Strukturen im Körper untereinander zusammenhängt.

Das Prinzip lautet: Jede Struktur im Körper beeinflusst andere Strukturen.

Kommt es durch Verletzungen oder Entzündungen zum Verlust von Beweglichkeit zwischen den Strukturen, so werden auch deren Funktionen beeinflusst und lösen entsprechende Symptome aus.

Ein ganzheitliches Prinzip

Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, die mit den Händen ausgeführt wird. »Ganzheitlich« bedeutet, den Körper des Menschen nicht in seinen einzelnen Organbestandteilen zu betrachten, sondern die Zusammenhänge der Symptome mit der Ursache zu erkennen und zu behandeln.

Möchte man zum Beispiel ein bestimmtes Organ oder Gelenk von Schmerzen befreien, darf man nicht nur den betreffenden Körperteil betrachten, sondern muss den gesamten Körper mit all seinen Verbindungen von Kopf bis Fuß in die Diagnostik und Therapie mit einbeziehen.

Ganzheitliche Sicht der Osteopathie



Eine kleine Störung irgendwo im Körper kann Symptome in ganz anderen Regionen des Körpers auslösen.


Vergleichen lässt sich dieses Prinzip mit einem kleinen Gewicht, das an ein Tuch gehängt wird. Das Gewicht entspricht dabei der Störung, die dadurch verursachten Spannungsfalten den Läsionsketten im Bindegewebe.

Doch »ganzheitlich« bedeutet noch viel mehr: Mit dem Körper ist auch die Psyche untrennbar verbunden. Ein Unfall kann neben der Gewebsschädigung auch ein emotionales Problem hervorrufen, so wie eine Konfliktsituation neben der emotionalen Belastung auch zu körperlichen Beschwerden führen kann. Der Osteopath spricht mögliche Wechselwirkungen auch an.

Ein anerkanntes Behandlungskonzept

Die Osteopathie bedient sich einerseits der wissenschaftlich gesicherten Medizin, Physiologie und Biologie, aber auch Methoden, die sich aufgrund der Erfahrung als wirkungsvoll erwiesen haben, auch wenn sie derzeit mit wissenschaftlichen Methoden nicht nachgewiesen werden können.

Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

Der Begründer der Osteopathie war der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917). Bereits in den 1870er-Jahren entwickelte er Methoden, um mit Hilfe seiner Hände im Patientenkörper Heilungsprozesse auszulösen. Seine überragenden Behandlungserfolge führten zunächst in Amerika (und später auch in Europa) zu einer raschen Verbreitung der Lehre der Osteopathie.

In England gründete John Martin Littlejohn (1865-1947), ein Schüler Stills, 1917 die Britische Schule der Osteopathie, die erste europäische Schule für Osteopathie.

Inzwischen hat die Osteopathie in vielen Ländern Europas einen festen Platz im medizinischen Versorgungssystem.

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